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Luchsfoto Hessenluchs / Foto: Thomas Trapke

Der Luchs ist zurück!

Einst war der Eurasische Luchs (Lynx lynx ) über weite Teile Mitteleuropas verbreitet. Infolge starker Bejagung und der Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes kam es hier aber vor rund 200 Jahren zum lokalen Aussterben der Art. Seit den 1970er Jahren unterstützen Wiederansiedlungsprojekte in mehreren europäischen Ländern die allmähliche Rückkehr des Pinselohrs in unsere Wälder.

Seit einigen Jahren werden auch in Nordhessen wieder regelmäßig Luchse gesichtet, darunter auch Weibchen mit abhängigen Jungtieren. Diese Hinweise lassen darauf schließen, dass sich im hessisch-niedersächsischen Grenzgebiet eine eigenständig reproduzierende (Teil-)Population des Eurasischen Luchses (Lynx lynx ) im Aufbau befindet. Die Gründer dieser Population haben Nordhessen vermutlich vom Harz aus besiedelt, wo zwischen 2000 und 2006 mehrere Luchse ausgewildert wurden. Allerdings wissen wir derzeit nicht, wie regelmäßig die nordhessischen Luchse mit der Harzer Population in Kontakt stehen. Auch ist noch unbekannt, wie weit das Verbreitungsgebiet der nordhessischen Luchse reicht. Die wichtigste Frage aber lautet: Wie viele Luchse leben derzeit im hessisch-niedersächsischen Grenzgebiet?

Wie viele Luchse leben in Nordhessen?

Zur Beantwortung dieser Fragen untersucht die Universität Göttingen das kleine nordhessische Luchsvorkommen durch den systematischen Einsatz von Fotofallen. Unser Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Hessenluchs, dem Fachbereich Naturschutz des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie, sowie den Forstämtern Hess. Lichtenau, Melsungen und Wehretal durchgeführt. Derzeit haben wir in einem etwa 650 km² großen Untersuchungsgebiet insgesamt 80 Kameras an 40 Standorten im Einsatz. Dabei kommt erstmals in Nordhessen eine Methode zum Einsatz, die die individuelle Identifizierung der Tiere anhand ihrer charakteristischen Fellzeichnung ermöglicht. Auf diese Weise sind wir in der Lage, die Anzahl der im hessisch-niedersächsischen Grenzgebiet lebenden Luchse schätzen zu können. Unsere Untersuchung wird von der Heinz Sielmann Stiftung (Duderstadt) sowie der Erika Krauskopf Stiftung (Bürgerstiftung Kassel) finanziell unterstützt.

Nordhessen: Ein wichtiger Schritt zur Verbreitung des Luchses in Deutschland

Die Luchse in Nordhessen stellen ein wichtiges Bindeglied zwischen den beiden einzigen deutschen Populationen des Eurasischen Luchses im Harz und im Bayerischen Wald dar. Ihnen kommt eine herausragende Bedeutung bei der künftigen Vernetzung dieser bislang isolierten Populationen und damit zur Erhaltung und Ausbreitung der Art in Deutschland zu. Ein intensives und kontinuierliches Monitoring der nordhessischen Luchse ist also nötig, um die langfristige Stabilität dieser (Teil-) Population abschätzen zu können.

Kamerapatenschaften für Schulen

Unser Projekt soll Schulkindern in der Region die Bedeutung des Luchses und der Luchsforschung vermitteln. Zu diesem Zweck vergeben wir bis zu 12 sogenannter Kamerapatenschaften an Schulen im Umkreis unseres Untersuchungsgebietes. Hierbei übernehmen die Patenschulen die Patenschaft einer unserer Fotofallen. Wird von den entsprechenden Kameras ein Luchs aufgenommen, so erhält die Patenschule eine digitale Kopie „ihres“ Luchses und darf dem Luchs, gemeinsam mit unserem Projektteam, einen populären Namen geben. Wir erhoffen uns auf diese Weise eine besonders starke Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit "ihren" Luchsen.

Wichtiger Hinweis zum Datenschutz:

Viele unserer Kameras stehen entlang von Wald- und Forstwegen, da diese Wege auch von Luchsen als Passagen genutzt werden. Werden von unseren Kameras Menschen aufgenommen, werden die entsprechenden Bilder aus Gründen des Datenschutzes sofort gelöscht! Unsere Untersuchung wird gemäß den Datenschutzrichtlinen des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt.

 

Unterstützt durch:

 

  Heinz Sielmann Stiftung

 

 

 

 

 

  Erika-Krauskopf-Stiftung (Bürgerstiftung Kassel)

 

 

 

 

  Heidehof Stiftung (2014 - 2015)

 

In Zusammenarbeit mit:

  Arbeitskreis Hessenluchs

 

  Forstämter Hess. Lichtenau, Melsungen, Wehretal

 

Fachbereich Naturschutz, Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Mit freundlicher Genehmigung:  Background picture by "Manfred Eberle".